Schlafen oder Dösen? Das ist hier die Frage

Ein Beitrag von Wibke Hagemann

In unseren Verhaltensberatungen taucht immer wieder die Frage auf: „Wie viele Stunden am Tag schläft Ihr Hund?“ Die meisten Hundehalter antworten darauf in etwa so: „Viel, aber so ganz genau weiß ich es nicht.“

Gerade durch den Wandel zum Homeoffice in der Coronazeit sind viele Hunde zuhause weniger allein. Dies ist grundsätzlich sehr zu begrüßen, allerdings führt es in einigen Fällen dazu, dass der Hund weniger Ruhe findet. Ein erwachsener Hund sollte ungefähr 16 Stunden am Tag schlafen. Betrachten wir einen Tag von Mitternacht bis Mitternacht kann das wie folgt aussehen:

  • Von Mitternacht bis 6 Uhr = 6 Stunden.
    • Das erste Familienmitglied steht auf und der Hund wird auch aktiv.
  • Von 9 Uhr bis 12 Uhr = 3 Stunden.
    • Die Kinder kehren aus dem Kindergarten oder Schule zurück und der Hund ist wieder aktiv bis zum Abend.
  • Von 21 Uhr bis Mitternacht = 3 Stunden.
    • Die Familie kommt zur Ruhe, der Hund beginnt seine Nachtruhe und wird möglicherweise noch einmal kurz für einen kleine Gassirunde geweckt.

Klingt nach einem entspannten Tag? Aber leider nicht für einen Hund. Ein Hund, der dauerhaft nur 12 Stunden am Tag schläft, kann langfristig unter Schlafmangel leiden. Darüber hinaus ist zu hinterfragen, ob es sich tatsächlich um „richtigen Schlaf“ handelt oder ob der Hund in diesen 12 Stunden zeitweise nur liegt, aber nicht richtig schläft.


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Was ist richtiger Schlaf?

Der nötige erholsame Schlaf liegt immer dann vor, wenn der Hund Anzeichen von Träumen zeigt, seine Atmung tief und ruhig ist und er die Außenwelt ausblenden kann. Ein Hund, der wegen jedem leisen alltäglichen Geräuschen im Haus aufspringt, schläft nicht richtig – er döst nur. Das gleiche gilt für Hunde, die immer aufspringen und ihrem Menschen folgen, sobald dieser den Raum verlässt.

Langfristiger Schlafmangel führt dabei häufig zu Problemen. Hunde, die langfristig nicht ausreichend schlafen, können Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, wie Schreckhaftigkeit, Überreaktion auf Reize und Unruhe bis hin zu Aggression. Insbesondere bei Welpen und Junghunden fällt außerdem ein Wiederaufkommen von mangelnder Beißhemmung und Zerstören von Gegenständen auf.

Weniger ist mehr

Unsere Hunde sind soziale Lebewesen, die Kontakt zu uns brauchen. Die gemeinsame Zeit mit uns und der Familie ist wichtig für das Wohlbefinden des Hundes. Allerdings darf dies nicht zu einer Überstimmulation und Schlafmangel führen. Qualitätszeit ist um ein Vielfaches wertvoller, als Dauerentertainment. Zeit, in der man sich mit dem Hund beschäftigt, spazieren geht oder kuschelt. Es sollte darüber hinaus Auszeiten geben, an denen der Hund sich zurückziehen kann und einen Schlafplatz, an dem er nicht gestört wird.

Falls ein Hund bereits auffällig unruhiges Verhalten zeigt und sehr wenig schläft, liefert unser Onlinekurs „Hibbelhunde – Grundlagenkurs“ viele Informationen rund um das Thema Unruhe und Entspannung.

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